< Gregor Bloéb hat die Nase vorn
03.07.2009 03:00 Alter: 7 Jahre
Von: Hannes Fehringer

Nur beim Premierenbuffet erlebte Gregor Bloéb eine brotlose Kunst

OÖ Nachrichten, 2. Juli 2009 - STADT HAAG. Als gefeierter Cyrano von Bergerac führt Intendant Gregor Bloéb das Publikum nicht an der Nase herum: Sein Bühnenauftritt heuer beim Haager Theatersommer wird eine Ausnahme bleiben.


Cyrano: Intendant Bloéb zeigte selbst Weg des Festivals vor. Foto: © fuka

Gegen Mitternacht, lange nach der letzten Verbeugung, ging es Bloéb wie dem Degenhelden der Komödie auf dem Kriegsfeld. Den Hauptdarsteller plagte der Hunger. Zu viele Schulterklopfer, Gratulanten, Adabeis und Interviewer verzögerten bei der Premierenfeier den Weg zum Buffet, bis auch das letzte Brötchen von den Tabletts verzehrt war.

Wenigstens der Erfolgshunger ist gestillt. Bloéb, der für einen Kurswechsel des Haager Theaterfestivals angetreten war und für die Wende selber in der Hauptrolle „den Kopf hingehalten“ hat, wird in den Folgejahren seiner Intendanz die Bühne verlassen: „Die Doppelbelastung ist enorm.“ Als Schauspieler wird Bloéb auch deshalb im nächsten Programmheft nicht mehr aufscheinen, weil ihm die langjährige rechte Hand des Festivals abhanden kommt. Kurt Reitzinger, Geschäftsführer der Theatergesellschaft und einer der Gründungsväter des Festivals, zieht es zu einem Auslandsjahr in die USA. Die Nachfolge wird gerade ausgeschrieben.

Auf das Wohlwollen des Landes NÖ. kann sich der Haager Theatersommer weiter verlassen. Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (VP) war von der Inszenierung und der Abkehr vom klassischen Sommertheater begeistert: „In dieser Komödie liegt so viel an Tragik, viel mehr als in einem Trauerspiel.“ Bloéb habe den Cyrano so auf die Bühne gebracht, dass sich jeder Zuschauer in den Helden mit dessen Makel einfühlen kann. Die Produktion war vom Publikum mit stehendem Beifall gefeiert worden. Es war ein großer Theatermoment: Bloéb, dem als Fernsehstar der Erfolg nicht fremd ist, warf bei der x-ten Verbeugung sein Blumensträußchen in die Ränge und hauchte nur bescheiden ein „Danke!“ in die Nacht.



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